27th Okt, 2010

Oikocredit Launch in UK

Mittwoch, 27.10.2010

Ich war in London. Über die Aktivitäten für FairTrade hatte ich Kontakt zu Oikocredit in Großbritannien aufgenommen und wurde prompt zum Start von Oikocredit in Großbritannien eingeladen. Bisher wurde Oikocredit in Großbritannien von Shared Interest vertreten. Während Shared Interest ausschliesslich FairTrade-Projekte finanziert,  unterstützt Oikocredit Mikrofinanz-Institutionen, Genossenschaften und kleinere Unternehmen in armen Ländern, das können auch FairTrade-Projekte sein.

Die Veranstaltung fand in der Krypta von St.-Martin-in-the-Fields statt. Geladen waren Investoren, Pressevertreter, Vertreter kirchlicher Gruppen und Vertreter von  FairTrade Organisationen.

Patrick Hynes, der britische Vertreter von Oikocredit, sagte in seiner Begrüßung unter anderem: “Dank Investoren aus ganz Europa und Nordamerika, verbessert Oikocredit das Leben von benachteiligten Menschen seit 35 Jahren. Oikocredit finanziert Unternehmen durch ein eigenes Netzwerk von  Büros in über 70 Ländern. Unsere 560 Micro-Finance-Partner dienen 17 Millionen Menschen, 85% davon sind Frauen. Frauen wird der Zugang zu Finanzdiensten erleichtert und so wird das Leben ihrer Familien und der Gemeinschaft verbessert.”

Im weiteren Verlauf wurden zwei von Oikocredit unterstützte Projekte von Partnern aus den Projekten vorgestellt:

  • Cocovico, eine Frauen-Cooperative in Form eines Gemüsemarktes in Abidjan, Elfenbeinküste
    Über 200 Frauen, die nicht lesen oder schreiben können, betreiben zusammen einen Gemüsemarkt, haben inzwischen einen Kindergarten angegliedert, beschäftigen einen Arzt, starten ein Programm um lesen und schreiben zu lernen und zahlen pünktlich ihre Kreditraten.
    Diese Frauen hätten nie einen Kredit bei einer “normalen” Bank bekommen.
  • Divine Chocolate, ein Schokoladen-Hersteller
    Divine Chocolate gehört zu 45% der Erzeugergenossenschaft Kuapa Kokoo in Ghana und produziert zu 100% nach FairTrade Kriterien. Oikocredit agiert hier als Shareholder, der nicht auf schnellen Gewinn, sondern auf nachhaltige Entwicklung bedacht ist.

Daran schloss sich eine rege Diskussionsrunde an, in der auch kritische Fragen gestellt und auch beantwortet wurden.

Ein Buffett sowie ein zur Feier des Tages von Divine Chocolate gespendeter Schokoladenkuchen beschlossen das Ereignis.

Bis mein Zug zurück nach Abergavenny fuhr, nutzte ich die Zeit, um in der National Gallery ein wenig Alte Meister anzuschauen. Als ich dann zu Fuß in Paddington ankam, war ich froh, endlich im Zug meinen Platz einnehmen zu können.